Gegner der 1. Herren / TV Werther / aus dem Westfalenblatt vom 05.08
Optimal verstärkt zur Leistungs-Explosion
Handball-Landesligisten in der Vorbereitung: TV Werther klopft ans Tor zur Verbandsliga
Von Gunnar Feicht
Werther (WB). »Handball explosiv« versprechen Schriftzug und zündendes Motiv auf den neuen T-Shirts. Und exakt in diese Richtung soll es beim TV Werther gehen: vom Wackelkandidaten der Landesliga zum Aufstiegsanwärter. Mit den namhaften Verstärkungen gibt's nur ein Ziel: eine Leistungs-Explosion.
»Die Spieler stecken sich selbst dieses Ziel, sprechen viel vom möglichen Aufstieg. Was soll ich mich angesichts der unbestrittenen Qualität unseres Kaders bedeckt halten?«, fragt Trainer Joachim Tegelhütter rhetorisch und blickt zufrieden aufs Hallenparkett: Beim Aufwärmprogramm zum Auftakt der zweiten Vorbereitungsphase herrscht reichlich Betrieb. »Wir wollen unter die ersten Drei, und über den Aufstieg wären wir nicht böse.« Bei drei gestandenen Oberliga-Spielern und zwei weiteren Rückraumspielern mit gehobenem Landesliga-Format unter den »Neuen« ist dieser Anspruch keineswegs großspurig.
Vergangene Saison galt der TVW als Abstiegskandidat, erreichte aber dank einer starken Hinserie sicher das Klassenziel. Jetzt hat der Vorjahres-Siebte dank der guten Kontakte des Trainers mächtig aufgerüstet. Das kann zum großen Wurf reichen, muss aber nicht:
Die Pluspunkte
Top-Verstärkungen: Torwart Sebastian Brüggemeyer, der dynamische Linkshänder Björn Ebert und der pfeilschnelle Martin Damm (in Werther für den Rückraum vorgesehen) waren im Mennighüffener Oberliga-Team feste Größen. Stefan Listing (Tegelhütter: »Er ist sehr abwehrstark und kann ein Spiel lenken«) und der körperlich starke Jonas Gührs (vom Meller Landesliga-Absteiger Eickener SV) sorgen für weitere Durchschlagskraft aus dem Rückraum und stabilisieren die Deckung.
Zusätzliche taktische Möglichkeiten: »Im Training und in den Spielen der ersten Vorbereitungsphase hat sich gezeigt, dass wir eine viel höhere Passfrequenz und Dynamik erreichen«, sagt der Trainer. »Zuletzt haben wir bewusst eher langsam, aber effektiv gespielt. Jetzt werden wir durch Tempo mehr Lücken reißen, um direkter zum Tor zu ziehen.« Weil sich zu Andreas Horstmann in Martin Damm ein weitere Gegenstoßspezialist gesellt, kann man TVW-Gegner nur vor leichtfertigen Ballverlusten warnen. Tegelhütter: »Wir werden aus einer soliden Deckung die erste und zweite Welle deutlich besser spielen.«
Der breit besetzte Kader: Auch wenn Tilo Sommer seinen angestrebten Studienplatz erhalten und nach Rostock abwandern sollte, streiten nach aktuellem Stand der Dinge zwei Torleute und 16 Feldspieler um die zwei plus zwölf Plätze auf dem Spielberichtsbogen. »Wir können Verletzungen auffangen. Jeder Platz ist zwei-, wenn nicht dreifach besetzt«, hebt der Trainer als positiv hervor. Beispiel Kreisläufer-Position: Wegen des plötzlichen Überangebots im Rückraum wird Philipp Henselewski umgeschult, muss sich neben Kapitän Felix Görtz und Dennis Hennes in neuer Rolle behaupten.
Die möglichen Probleme
Der »Luxus« eines großen Kaders ... hat mit Sicherheit nicht nur Vorteile. Positiv stellt Joachim Tegelhütter fest: »Die Eigengewächse passen sich der höheren Schlagzahl an.« Sie wollen damit aber auch ihre Plätze verteidigen: »Es wird also nicht so einfach, dass wir uns bis zum Serien beginn Mitte September optimal einspielen«, bekennt Tegelhütter. In einem der ersten Trainingsspiele Anfang Juni verteilte er zwei Trikotsätze, wechselte wie beim Eishockey in Blöcken aus. Er wird sich noch manches Mal den Kopf zerbrechen, wer letzten Endes zu den »ersten 14« gehört: »Anfang September werde ich die Entscheidung treffen müssen. Es bringt nichts, einige Spieler Woche für Woche im Ungewissen zu lassen«, sagt Tegelhütter. Denn die gute Stimmung im Kader, stets ein Trumpf des TVW, soll nicht leiden.
Friedrich Speckmanns Auslandssemester: Der lange Rückraumschütze, der sich mit 183/58 Saisontoren super entwickelt hat, studiert von Anfang Februar an ein halbes Jahr in Sydney (Australien). »Das ist sicher eine Schwächung, zumal er auch in der 6-0-Deckung immer stärker wird«, sagt der Trainer.
Namen & Fakten
Zugänge: Brüggemeyer, M. Damm, Ebert (alle VfL Mennighüffen), Listing (HSG Löhne-Obernbeck), Jonas Gührs (Eickener SV).
Abgänge: Markus Mücke (Sparta Münster); höchstwahrscheinlich: Tilo Sommer (Studium in Rostock).
Kader - Tor: Sebastian Brüggemeyer, Moritz Mücke; Feld: Felix Görtz (KL/Allrounder), Friedrich Speckmann (RL), Kevin Damm (LA/RM), Martin Damm (Rückraum/LA), Björn Ebert (RR), Stefan Listing (RM/RR/RL), Jonas Gührs (RL), Stefan Langer (RM), Andreas Horstmann (RA), Thorsten Herbke (RA/RR), Dennis Hennes (KL), Damian Gansfort (RM/RR), Lars-Erik Bockelmann (LA), Philipp Henselewski (KL/RL), Dennis Surmann (RA/RR), Marius Kruse (RA).
Trainer: Joachim Tegelhütter (im fünften Jahr).
Saisonziel: »Platz unter den besten Drei - über den Aufstieg wären wir nicht böse.«
Favoritentipp: TSV Ladbergen.
Vorbereitungsspiele: So., 8.8., 14 Uhr VfL Mennighüffen I (H); Di., 10.8., 20.30 Uhr TuS Möllbergen (H); Fr., 13.8., 18.30 Uhr Loxten (A); Sa., 21.8., 17 Uhr Rödinghausen (A); 25. bis 29.8. Wertheraner Handballtage; Sa., 4.9., 16 Uhr Bünde-Dünne (A); So., 5.9., 17.30 Uhr Spenge II (H).
Artikel vom 05.08.2010
- Neuen Kommentar schreiben
- 112 Aufrufe

